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Das grosse Finale

Tag 5 der Summer School Baden 4.0. Zwei Präsentationen an einem Tag, die Firmen-Challenge und das Ökosystem.

28. August 2026 Summer SchoolBaden 4.0Ecosystem DesignLearnings

Am Freitag mussten wir zweimal nach vorne. Einmal mit der Firmen-Challenge von cross-ING, also der Frage nach der Schweizer Stromversorgung 2050, an der wir seit Mittwoch sassen. Und einmal mit der Ökosystem-Challenge, dem zweiten Strang der Woche. Dort ging es nicht um das Problem einer einzelnen Firma, sondern darum, was für die Region Baden entstehen könnte. Bei uns war das ein gemeinsames Rechenzentrum, das Data Center 4.0.

Zwei Themen, zwei Auftritte, ein Vormittag Vorbereitung.

Der Freitag begann damit, dass wir uns in Fünfergruppen aufteilten. Anschliessend suchten wir uns einen gemeinsamen Nachnamen aus und jeder in der Gruppe musste sich einen Gegenstand ausdenken, der zu diesem Namen passte und zu dem man selbst wurde. Bei mir war es das Ronaldo-Handy. Danach liefen alle durch den Raum und bei jeder Begegnung tauschte man Name und Gegenstand mit seinem Gegenüber aus.

Nach einigen Minuten hat Michael die Schule nach Nachnamen aufteilen lassen. Zwei Namen dominierten den ganzen Raum, der Rest war verschwunden. Die Quintessenz: man merkt sich zwei Dinge, nicht zehn. Bei Stakeholdern gilt dasselbe. Wer sechs Botschaften mitgibt, gibt keine mit.

Das war, rückblickend, die Vorbereitung auf den Rest des Tages.

Zuerst das Ökosystem

Für die Ökosystem-Challenge ging es nochmals an unser Data Center 4.0, diesmal entlang von Michaels Leitfragen. Wohin geht der aktuelle Trend. Was ist der Shift, den dieses Ökosystem löst. Welcher Wert wird den beteiligten Unternehmen versprochen. Wer orchestriert und wer initiiert. Wie läuft der Wertstrom und wer profitiert wovon. Welche Synergien gibt es zu anderen Ökosystemen.

Flipchart mit der Überschrift Data-Center und sechs nummerierten Punkten: Trend Daten, Shift als Skizze, Wertversprechen, Aveniq und Data Unit, Wertstrom und Benefits, Synergien Cyber Hub und AI-Hub.
Sechs Fragen, sechs Antworten.
Grosses Papier auf einem Tisch, links die Nummern eins bis sechs, daneben Post-its zu Trend, Wertversprechen, Orchestrator, Fernwärme und Synergien, rechts oben die Akteurskarte und das Customer Profile.
Das Poster zum Data Center 4.0. Links die sechs Fragen, rechts alles, was in zwei Tagen dazu entstanden ist.

Und dann kein PowerPoint

Bei der zweiten Präsentation kam die Ansage. Michael wollte keine PowerPoint sehen. Im Plenum haben sich alle cross-ING-Teams darauf geeinigt, stattdessen auf Flipchart zu präsentieren und die Lösung malerisch aufzuzeichnen.

Betroffen war damit genau das Deck, an dem wir seit Mittwoch gearbeitet hatten. Sechs Slides nach dem Aufbau, den Alexander uns gezeigt hatte. Zuerst die Lösung, dann die drei Extremfälle mit ihren Vor- und Nachteilen, dann die Kernaussage, dann der Entscheid mit Option A und Option B. Dahinter Backup-Folien mit dem Technologievergleich und den Strommixen der Nachbarländer, für den Fall, dass jemand nachfragt.

Zertifikat und Apéro

Am Nachmittag gab es die Ausstellung der Firmen-Challenges, die Gruppenpräsentationen und danach die Zertifikate. Zum Schluss Apéro an der ABBTS.

Teilnehmende und Firmenvertreter stehen im Kreis um einen Tisch, auf dem ein grosses Lego-Ökosystem aufgebaut ist, im Hintergrund Flipcharts und Poster.
Ausstellung am Freitagnachmittag. Am Ende stand alles auf einem Tisch, was in fünf Tagen entstanden ist.

Das Ökosystem-Thema selbst kam an diesem letzten Tag deutlich zu kurz, weil der Zeitplan die Pitches nach vorne drückte.

Wir haben die wichtigsten Punkte aufgelistet und daraus eine kleine Matrix mit Ampelfarben gebaut. Am Ende des Tages stand das Fazit, dass man alle bereits vorhandenen Erzeuger stärker fördern muss, weil die Nachfrage steigt und dass der Rückbau eines Kernkraftwerks Platz für erneuebare Energie schafft.

Zwei Flipchartblätter. Links unter dem cross-ING-Logo die Ausgangslage mit 62 TWh heutigem Verbrauch, 80 bis 90 TWh für 2050 und 3 TWh Winterlücke, darunter die drei Szenarien Wegfall Wasserkraft, ohne Atomstrom und SMR. Rechts der Vergleich der Extremszenarien, eine Matrix mit den Zeilen Bedarfsdeckung, Winterversorgung, Kosten, Akzeptanz und Risiko, bewertet mit roten, gelben und grünen Punkten.
Drei Welten, eine Matrix, vier Meinungen. Kein Szenario löst alle Probleme, entscheidend ist der Mix aus mehreren Lösungen.

Fazit und Danksagung

Die Woche war gut. Fünf Tage, zwei Challenges, drei Firmen und eine Menge Leute.

Zu kurz gekommen ist mir das Ökosystem. Es war der rote Faden der Woche und ist am letzten Tag vom Zeitplan an den Rand gedrückt worden. Ich hätte auch gerne mehr Beispiele von Michael gewünscht.

Das Gespräch, das mir am meisten gebracht hat, lief denn auch zwischendurch und nicht im Programm. An einem Abend dieser Woche hatte ich mich gefragt, welches Schweizer Ökosystem eigentlich so funktioniert wie WeChat, wo in China alles über eine einzige Plattform läuft. Mir ist genau eines eingefallen und am nächsten Tag habe ich Michael damit gelöchert.

TWINT hat mit Zahlungen angefangen. Der Kern ist ein Bankennetzwerk und eine Handvoll Transaktionsarten, Person zu Person und Person zu Unternehmen. Alles andere kam danach dazu. Parkgebühren bezahlen statt Parkscheibe drehen, eine wöchentliche Aktionsplattform zusammen mit dem Händler Brack, Gutscheine von diversen Firmen die dort verkaufen, Spenden und simple Versicherungen abschliessen. Der Kern hat sich nie verändert. Gewachsen ist, wer alles daran andocken darf.

Am Montag hatte ich mir ein Ökosystem als Graph zurechtgelegt, Unternehmen als Knoten, Zusammenarbeit als Kanten, Wert entsteht erst im ganzen Graphen. Das war nicht falsch, aber es war eine Definition und kein Verständnis. Bei TWINT sieht man, wie so ein Graph tatsächlich wächst. Nicht indem der Betreiber alles selber baut, sondern indem er es für andere attraktiver macht, dazuzukommen.

Danke an die FHNW und insbesondere an Raphael für die Organisation, an die ABBTS für die Räumlichkeiten und an die Industriepartner cross-ING, Hitachi Energy und Aveniq für die Challenges. Ein grosses Dankeschön geht an Michael!

Impressionen